5 Tipps für deine Stille Zeit

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das mit der Stillen Zeit oft nicht so einfach ist. Manchmal scheitert man schon daran, dass man nicht weiß, wie man es angehen soll. Es gibt viele verschiedene Arten, die Stille Zeit zu gestalten. Hier findest du fünf einfache Tipps von mir.

Tipp 1: Suche dir einen ruhigen Platz für deine Stille Zeit

Die Bezeichnung „Stille Zeit“ hat das Wort „Stille“ bereits beinhaltet. Suche dir einen ruhigen Platz, an dem du nicht gestört wirst. Manche haben einen fixen Platz in ihrer Wohnung/ in ihrem Haus. Bei mir geht sich das aus Platzgründen nicht aus. Ich verwende eine Decke als Unterlage und sitze entweder auf einem Meditationskissen oder auf einem Gebetsschemel. Das ist mein fixer Platz, den ich mir überall einrichten kann.

Achte darauf, dass alles, was dich ablenken könnte, nicht in deiner Nähe ist, oder abgeschaltet ist.

Tipp 2: Komm zur Ruhe

Nur weil ich auf meinem Meditationskissen sitze, bin ich nicht gleich automatisch ruhig. Ich brauche ein Ritual, das mir hilft, mich auf die Stille Zeit einzulassen.

Wenn ich bereits sitze, zünde ich achtsam eine Kerze an. Ich atme tief ein und tief aus. Das wiederhole ich mehrmals. Ich fühle in mich hinein. Welche Gedanken schwirren noch in meinem Kopf herum. Ich schaue sie mir bewusst kurz an, lasse sie dann aber weiterziehen. Ich atme noch einmal tief ein und tief aus.

Ruhige, meditative Musik hilft mir zur Ruhe zu kommen. Ich schalte mir ein Musikstück ein. Dafür suche ich mir meist ein Taizé-Lied aus. Es kann aber auch ein klassisches Musikstück sein oder ganz etwas anderes. Es soll dir helfen, in deiner Stillen Zeit anzukommen. Ich schließe meine Augen und bin ganz beim Musikstück.

Tipp 3: Ein Impuls, der dich durch die Stille Zeit begleitet

Nach dem Musikstück lese ich einen kurzen Impuls. Das kann eine Bibelstelle, ein Gedicht oder ein Text, der mir in den letzten Tagen über den Weg gelaufen ist, sein. Ich lese ihn zuerst laut vor und dann noch einmal leise in Gedanken. Andachtsbücher oder Bibellesepläne sind da hilfreich.

Danach schließe ich wieder die Augen und lasse meine Gedanken um den Text kreisen. Ich zerlege sie nicht. Sie sind einfach da. Ich lasse die Gedanken kommen und gehen. Sollten sich wieder andere Themen einschleichen (zB „Ich muss noch die Waschmaschine einschalten.“), dann sehe ich mir diese Gedanken wieder bewusst kurz an und lasse sie dann weiterziehen. Für solche Gedanken ist nach der Stillen Zeit Raum.

Nach ca. zehn Minuten, das ist ganz individuell, lese ich mir noch einmal den Text durch – manchmal laut, manchmal leise, wie es gerade gut für mich passt.

Tipp 4: Gedanken zu Papier bringen

Anschließend bringe ich meine Gedanken noch zu Papier. Dafür verwende ich gerne besonders schöne Hefte oder Notizblöcke. Die Stille Zeit ist etwas Kostbares, da dürfen es auch besonders schöne Sachen sein, die uns dabei begleiten.

Ich schreibe auf, was mir so durch den Kopf gegangen ist, bzw. welche Erkenntnisse ich gewonnen habe. Manchmal ist es mehr, manchmal weniger. Die großen Erkenntnisse gibt es nicht jedes Mal. Und das ist auch nicht die Anforderung an eine Stille Zeit.

Für manche ist es hilfreich, wenn sie eine Vorgabe für das Schreiben haben. Folgende Struktur kann hilfreich sein:

  • Datum
  • Wie geht es mir heute?
  • Impulstext (zB Bibelstelle, Überschrift vom Gedicht,…)
  • Welche Gedanken habe ich dazu?
  • Bin ich auf eine Erkenntnis gestoßen? Wenn ja, auf welche?
  • Was gefällt mir an dem Text?
  • Was hat mich an dem Text nicht angesprochen?
  • Was ist mir noch wichtig?

Das kann man aber ganz individuell gestalten, auch eine kreative, bunte Umsetzung ist möglich. Finde das, was zu dir passt. Probiere dich aus.

Tipp 5: Schließe mit einem Gebet ab

Fasse für dich noch einmal alles in einem Gebet zusammen. Das kann in schriftlicher oder auch mündlicher Form sein. Dafür kannst du dir deine Notizen zur Hand nehmen.

Wenn du dir mit dem Gebet schwer tust, kannst du auch ein vorgefertigtes Gebet verwenden (zB einen Psalm aus der Bibel, oder das Vater Unser). Oder du hörst dir noch einmal das Musikstück an.

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9 Responses

  1. Marita sagt:

    Wow! Was für eine tolle Anleitung. Die ist für jeden einfach umsetzbar. Danke!

    Gruß, Marita

    • Daniela sagt:

      Danke, liebe Marita! Die Stille Zeit kann man so vielfältig gestalten, wie es Menschen auf der Welt gibt. Wenn man damit beginnt, weiß man oft nicht wie man es angehen soll. Und das ist eine Möglichkeit von vielen.
      Liebe Grüße, Daniela

  2. Sue Wohlheim sagt:

    Hallo Daniela, was für schöne Impulse für die Stille Zeit! Ich liebe sie auch und sie ist immer mehr ein Bestandteil in den letzen Jahren bei mir geworden! Bei mir ist es das tiefe Atmen, Meditationen und die Kreativität. Danke für DEINE Version!!! Liebe Grüße Sue 🌼🦋🌼

    • Daniela sagt:

      Hallo Sue! Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Es gibt so viele verschiedene Zugänge. Bei mir wechselt sich die Art und Weise immer wieder mal ab. Gerade mit der Atmung kann man da so viel machen. Ich finde es schön, dass du auch die Kreativität angeführt hast. Liebe Grüße Daniela

  3. Lidija sagt:

    Liebe Dani,
    in dieser Form kannte ich das gar nicht, also auch den Begriff „Stille Zeit“ nicht. Woher kommt das? Ist es wie eine Meditation oder ein anderer Ursprung?
    Danke dir für die Anleitung. 🙂
    Meine Versuche zu meditieren, blieben meist bei Versuchen. Bisher habe ich es nicht geschafft es über einen längeren Zeitraum zu etablieren.
    Aber wer weiß, was noch kommt…
    Liebe Grüße
    Lidija

    • Daniela sagt:

      Liebe Lidija!
      Vielen Dank für deinen ehrlichen Kommentar. Das ist eine gute Frage, woher der Begriff „Stille Zeit“ kommt. In christlichen Kreisen ist es eine bekannte Bezeichnung. Auf die Schnelle kann ich dir gar keine Antwort geben.
      Bei mir ist es auch unterschiedlich. Es gibt Zeiten, da mache ich es sehr regelmäßig. Dann gibt es wieder Wochen, wo es leider nicht so eine Priorität für mich hat. Die Art und Weise wechselt auch immer wieder. Für mich ist es so okay. Wobei ich schon sagen muss, es tut mir jedes Mal gut. Es ist Qualitätszeit.
      Genau, wer weiß 🙂
      Liebe Grüße
      Dani

  4. Anke sagt:

    Liebe Daniela,
    danke für deine schönen Impulse. Ich mag das klare und kurze daran sehr. Und ich schätze es wert, dass Du Einblick in deine Praxis gibst, es gibt soviele Möglichkeiten und kein richtig und falsch.
    Liebe Grüße von Anke

    • Daniela sagt:

      Liebe Anke!
      Vielen Dank für deinen Kommentar und deine Wertschätzung! Meine Praxis ändert sich immer mal wieder. Aber das ist eine Praxis, die ich sehr regelmäßig mache. Du triffst es so gut, bei der Vielfalt gibt es kein richtig und falsch.
      Liebe Grüße
      Daniela

  1. 1. August 2022

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